Geschichte von Pottenbrunn

Pottenbrunn liegt etwa 7 Km nordöstlich der NÖ; Landeshauptstadt St.Pölten an der S 33 und wurde um 890 erstmals urkundlich als POTILINESPRUNIN, d.h. am Brunnen des Poto oder Potilo erwähnt. Eines der beiden Zentren dürfte um 1200 den Namen Wihselbrunne (Potinbrunne wive Wihsilbrunne) getragen haben.

Der Ort entstand aus den beiden ursprünglich getrennten und unter verschiedener Grundherrschaft stehenden Orten Ober- und Niederpottenbrunn, die bis 1623 auch je eine Kirche und je eine Schule besaßen.

Ober- und Niederpottenbrunn wurde von verschiedenen Grundherren verwaltet. Eine Urkunde vom 19. V. 1353 zeigt zwei Siegel: eines von Jans v. Pottenbrunn (Eigentümer des alten Schlosses), der den Rittern v. Pottenbrunn zu zuzählen ist, und eines von Jans Alachter v. Pottenbrunn. Die beiden Jans waren Vettern.

Ritter Sebastian Grabner heiratete im Jahre 1505 Apollonia von Pottenbrunn, die Erbtochter von Mert (Martin) v. Pottenbrunn, der der letzte dieses Rittergeschlechtes war. Im Briefprotokollbuch der Grabner (die Erbauer des Wasserschlosses) wurden Grundstücke angeführt, die zum "oberen Häusl" in Pottenbrunn gehörten. Dies setzt einen "unteren Ansitz" voraus. Der eine Ansitz, der Anfang des 16. Jh nieder brannte wurde von Ritter Sebastian Grabner 1505 - 1527 wieder aufgebaut. Dies ist das heutige in der Zwischenzeit wieder mehrmals umgebaute Wasserschloss.

Die untere Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" (1637 abgebrannt, 1683 von den Türken weitgehend zerstört, 1730 endgültig abgetragen) stand auf dem Gelände des heutigen Wiesenweg. Die obere Kirche "Zum hl. Ulrich", um das Jahr 1000 erbaut, ist unsere heutige Pfarrkirche.

Die beiden Schulen waren in den heutigen Häusern Wiesenweg 3 bzw. Pestalozzistraße 2 untergebracht.

1927 wurde unter Bürgermeister Anton Hinterwallner (1927-1938) Pottenbrunn zum Markt erhoben.

1972 wurde die selbstständige Marktgemeinde Pottenbrunn nach einem Beschluss des NÖ Landtages vom 3. November 1971 unter großen Protest der Bevölkerung in die Stadt St.Pölten eingemeindet. 95% der Bevölkerung unterschrieben eine Stellungnahme gegen die Eingemeindung. Der Gemeinderat beschließt einstimmig die Ablehnung. Ohne Erfolg!

1987 errang Pottenbrunn den 1. Platz am Europabewerb der "ENTENTE FLORALE" und wurde zum schönsten Ort Europas gewählt. Diese Auszeichnung verdanken wir vor allem den Mitgliedern des Verein "SCHÖNES POTTENBRUNN".

Pottenbrunn ist bei den Ur- und Frühgeschichts-Interressierten besonders durch das Gräberfeld bekannt, in dem 199 Skelette (49 Männer, 51 Frauen und 98 Kinder) ergraben wurden.

Von Juli 2000 - Juli 2008 veranstaltete der Verein "Theater & Show Szenario" im Schlosspark des Wasserschlosses Pottenbrunn das"Pottenbrunner Sommertheater" welches ein Fixpunkt des sommerlichen Kulturgeschehens in dieser Region war. Seit der Neuorganisation des Vereins im Februar 2009 produziert das Ensemble seit 2010 wieder Produktionen in gewohnter Qualität im Pfarrheim Pottenbrunn.

Am 25. Juli 2004 wurde durch die Spielleiterin Jutta Heiser und dem Musiker Jürgen Joh. Mempör das "Theaterensemble Namenlos" gegründet.
Gemeinsam begannen sie im Jänner 2003 das Musical “Tabu” zu schreiben und zu komponieren, welches im Rahmen der St. Pöltner Kultur und Festwochen im Juni 2005 im Kulturhaus Wagram zur Uraufführung gebracht wurde. Der Reinerlös dieses Stückes wurde für das Projekt: "Wohnheim für Menschen mit besonderen Bedürfnissen" gespendet.
Im Oktober des selben Jahres wurde das Musical Tabu weitere 3 mal in der Römerhalle in Mautern gespielt. Seit 2006 spielt das "Theaterensemble Namenlos" jährlich im Herbst im Vereinshaus des Verein´s: "Alfred Wolfsberger Volksheim Pottenbrunn" selbst geschriebene Produktionen.

Das Wasserschloss
Luftaufnahme Schloss Pottenbrunn

977 wurde das Schloss als Salzburger Besitz erstmals urkundlich erwähnt. 1268 erfolgte die erste Nennung des Alachthofes, des Vorgängers des heutigen Schlosses. Die Alachter von Pottenbrunn waren ein bedeutendes Rittergeschlecht. Hans der Alachter war Hofmarschall Herzogs Albrecht IV, sein Sohn Niklas war Untermarschall in Österreich. Da letzterem aber viele Gewalttaten im Tullnerfeld angelastet wurden, belagerte
1408 Reinprecht von Wallsee im Auftrag des Herzogs Ernst die Wasserburg, jedoch ohne Erfolg.

Das Schloss wie wir es kennen wurde 1505 - 1527 von Ritter Sebastian Grabner als RENAISSANCE-SCHLOSS erbaut. Sie waren seit 1487 im Besitz der Rosenburg im Kamptal, nach deren Vorbild sie auch Schloss Pottenbrunn verschönern ließen. Ein gleichnamiger Enkel des Ritters von Zagging ließ 1594 die alte Pottenbrunner Wasserburg zum Renaissanceschloss mit den charakteristischen umlaufenden Galerien unter dem abgewalmten Doppelsatteldach erweitern. Auch der romanische Bergfried wurde mit einer Galerie versehen.

Seit 1926 ist das Schloss im Besitz der Fam. Trauttmansdorff.

Der quadratische, siebengeschossige Wehrturm besteht in seinem Kern noch aus romanischem Mauerwerk. Wie die übrigen Trakte des "Altschlosses" hat auch der Turm in seinem letzten Geschoß eine offene Galerie mit Steinbalustrade. Sie wird von gedrückten Rundbogen getragen, die auf Konsolen aufsitzen. Der Turm hatte vor 1961 statt eines Daches eine pseudomittelalterliche Wehrplatte mit Zinnenkranz. Da dies eine Veränderung des 19. Jh. war, erhielt er beim Neuaufbau von 1964 wieder seinen ursprünglichen Zwiebelhelm. Die Wassergräben des Schosses sind auch heute noch mit Wasser gefüllt. Über eine Brücke gelangt man zum Eingang des Vorschlosses, das auch "Neues Schloss" genannt wird, weil es erst um 1620 entstanden ist. Es hat einen hakenförmigen Grundriss. Der zweigeschossige Eingangstrakt wird von zwei achteckigen Türmchen mit Zeltdächern flankiert. Der quadratische, siebengeschossige Wehrturm stammt im Kern noch aus der romanischen Zeit. Wie die übrigen Trakte des "Altschlosses" hat auch der Turm in seinem letzten Geschoß eine offene Galerie mit Steinbalustrade. Sie wird von gedrückten Rundbogen getragen, die auf Konsolen aufsitzen. Der Turm hatte vor 1961 statt eines Daches eine pseudomittelalterliche Wehrplatte mit Zinnenkranz. Da dies eine Veränderung des 19. Jh. war, erhielt er beim Neuaufbau von 1964 wieder seinen ursprünglichen Zwiebelhelm.

Die Grabner waren bis zum Jahre 1618 Besitzer des Schlosses. Zu ihrer Zeit wurden der romanische Kern des Turmes und der anschließende Trakt des "Altschlosses" im Renaissancestil umgebaut, wobei gewisse Anklänge an die Rosenburg, die ebenfalls den Grabnern gehörte, erkennbar sind. Charakteristisch ist bei diesem Bauwerk, dass unter dem Dach über flachen Mauerbögen eine offene Galerie mit Steingeländer und Flachbogen-Arkaden verläuft und auch den Turm umzieht.

Fischerstich

1618 wurde das Schloss Pottenbrunn an Hans von Jörger verkauft, da der damalige Besitzer Christoph Grabner als Protestant auswanderte. Da sich die Jörger gegen Kaiser Ferdinand II stellten, wurde ihr Besitz konfisziert. Sie erhielten es aber 1627 wieder zurück.

1703 gelangte die Herrschaft durch Heirat an Hans Karl Kuefstein. Er legte hinter dem Schlossgarten einen Park an.

1782 erwarb Johann Anton Graf Pergen, der 1804 erster Polizeiminister und Schöpfer des Sicherheitsdienstes war, das Schloss. Er baute vor allem den Park aus und schmückte ihn mit zahlreichen romantischen Bauten (Gloriette, gotischer Tempel, Eremitage, Badehaus usw). Heute gleicht dieser englische Garten nur noch einem verwunschenen Paradies und wird fast zur Gänze vom Auwald eingenommen. Gegenüber dem Zustand gegen Ende des 18. Jh fehlen Teiche, Wiesenflächen und Wege. Das einzig noch vorhandene Bauwerk ist ein Gartenpavillon, in dem man nur mit Mühe den “Gotischen Tempel" erkennt.

1854 wurde das Schloss an Dusy de Lackowa verkauft, der griechisch-orthodoxen Bekenntnisses war.

1861 erwarb Karl Pirko das Schloss. Pirko erstammt einer Industriellenfamilie. Sein Sohn Franz von Pirko verkaufte das Schloss

1912 an Max Mauthner der es

1916 den mit galizischen Ölquellen zum Millionär gewordene David Fanto verkaufte.

1922 vererbte David Fanto das Schloss an seine Töchter Dr. Martha Schwarz und Lili Berndt und seinen Sohn Richard Fanto.

Seit 1926 ist es Eigentum der Fam. Trauttmansdorff. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurden die damaligen Schlossbesitzer Josef und Helene Trauttmansdorff von SS-Soldaten erschossen. Das Schloss lag im Kampfgebiet, wurde schwer beschädigt und bis 1955 von russischen Truppen belagert.

Am 6. April 1961 stürzte der Turm des "Altschlosses" ein. 1964 wurde in Pottenbrunn ein privater Schlossverein gegründet, der nach dem Vorbild des Vischer-Stiches von 1672 das Schloss wieder aufbaute.

1969 wurden Szenen der 26 teiligen TV Produktion des ORF und ZDF "KURIER DER KAISERIN" mit Klaus Jürgen Wussow im Schloss bzw. im Schlossgarten gedreht.

1970 wurde von der Laienspielgruppe des Katholischen Bildungswerkes "DAS SPIEL VON POTTENBRUNN" von Emmy Feiks-Waldhäusl aufgeführt.

Von Juli 2000 - Juli 2008 veranstaltete der Verein "Theater & Show Szenario" im Schlosspark des Wasserschlosses Pottenbrunn das "Pottenbrunner Sommertheater" welches ein Fixpunkt des sommerlichen Kulturgeschehens in dieser Region war.

Im "Altschloss" war von 1970 bis vor wenigen Jahren ein mit 35.000 Figuren bestücktes Zinnfigurenmuseum eingerichtet, das inzwischen leider geschlossen wurde. Diese Zinnfigurenausstellung kann seit 4. September 2004 in der Museumshalle in Katzelsdorf an der Leitha wieder bewundert werden. Im "Altschloss" hat die "Lernwerkstatt", eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht ihre Heimat gefunden.

Das "Neue Schloss" wurde in den letzten Jahren von der Fam. Trauttmansdorff, die diesen Teil des Schlosses auch bewohnt, großzügig generalsaniert. Dabei musste die Statik gesichert und der Hausschwamm bekämpft werden. Die Fassaden samt Fenstern und Freitreppen sowie die Dächer wurden erneuert. Im Osttrakt wurde eine schadhafte Decke ersetzt. Die Bilder im Stiegenhaus wurden restauriert. Die zum Schloss führende Brücke wurde ebenfalls in die Sanierung einbezogen.

Besichtigt kann das Schloss nur von außen werden.

Quellen:
  • Pfarrgeschichte von Pottenbrunn - Josef Buchinger - 1936
  • Von Burg zu Burg in Österreich - Gerhard Stenzel - 1973
  • Von Schloß zu Schloß in Österreich - Gerhard Stenzel - 1976
  • Knaurs Kulturführer Österreich - 1977
  • Kunst im Lande rings um Wien - Franz Eppel - 1977
  • Schlösser in Österreich I - Laurin Luchner - 1978
  • Traumschlösser - Pia Maria Plechl - 1979
  • Burgen und Schlösser zwischen Greifenstein und St. Pölten - Rudolf Büttner - 1982
  • Österreichisches Burgenlexikon - Georg Clam Martinic - 1992
  • Geschichte der Stadtteile Pottenbrunn, Wasserburg, Pengersdorf, u. Zwerndorf - Mag. Petra Eichinger - 1995
  • Das Österreich-Lexikon - Prof. Dr. Richard und Maria Bamberger sowie Dr. Franz Maier-Bruck - 1995
  • St.Pöltner Straßennamen erzählen - Manfred Wieninger - 2002

Alle Angaben wurden mit größter Sorgfalt gesammelt und zusammengestellt. Es wurde darauf geachtet Fehler möglichst zu vermeiden. Sollten Sie dennoch unrichtige Angaben finden, ersuche ich Sie um Mitteilung an:

Charly Daxböck, Ober-Grafendorfer Straße 74, A-3100 St. Pölten-Völtendorf
charly@pottenbrunn.at
Tel: 02742 43161, Fax: 02742 43813

Die Pfarrkirche Pottenbrunn

Die Pfarre

Die Pfarrgemeinde Pottenbrunn umfasst die ehemals selbständigen Gemeinden Pottenbrunn und Ratzersdorf sowie die Ortschaften Ober und Unterzwischenbrunn, Pengersdorf, Wasserburg und Zwerndorf mit gesamt 2.937 Einwohnern (Stand 2001, Quelle Statistik Austria). Seit 1972 ist die Pfarre Pottenbrunn ein Stadtteil der Landeshauptstadt St. Polten. Die Matriken beginnen 1738. (Die älteren Matriken wurden durch einen Brand vernichtet.)

Der bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnte Ort entstand aus den beiden ursprünglich getrennten und unter verschiedener Grundherrschaft stehen Orten, Ober- und Nieder pottenbrunn, welche bis 1623 auch Je eine Kirche besaßen. Die untere Pfarrkirche "Zum hl. Kreuz" (1637 abgebrannt, 1683 von den Türken weitgehend zerstört, 1730 endgültig abgetragen) und die obere Kirche "Zum hl. Ulrich" - unsere heutige Pfarrkirche. Die Erbauung der anfänglichen Kapelle und jetzigen Kirche zum hl. Ulrich kann um das Jahr 1000 angenommen werden.

Im Jahr 1248 scheint die "obere Kirche" bereits in Urkunden auf. Die Entstehung der "oberen Pfarre" ist in das 14. Jhdt. zu setzten. Zur Reformationszeit wurde die Kirche durch den Einfluss der Familie Jörger von Pottenbrunn und der Farn Zinzendorf von Wasserburg evangelisch und im Jahre 172^ Filialkirche von Nieder pottenbrunn.

Die Ulrichskriche wurde in den Jahren 1729/30 unter der Leitung des St. Pöltner Baumeisters Josef Munggenast völlig erneuert und ist seither alleinige Pfarrkirche von Pottenbrunn. Im Jahre 1968 wurde das neugebaute Pfarrzentrum mit Wohnhaus. Pfarrsaal und weiteren Räumlichkeiten, die den zahlreichen pfarrlichen Gruppen zur Verfügung stehen, eröffnet.

Die Pfarrkirche

Der heutige Kirchenbau ist im Kern mittelalterlich. Die beiden Chorbauten (Haupt- und Südchor) stammen aus der Zeit um 1400, die Wölbung des Hauptschiffes (Netzgradgewölbe) aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Der Hauptaltar mit dem von Johann Georg Schmid geschaffenen Altarbild "Heilige Familie" stammt aus dem Jahre 1729 und wurde zuletzt 1991 aufwendig restauriert. e Statuen zu beiden Seiten des Hochaltares (oben) stellen die heiligen Bischöfe Ulrich (Kirchenpatron) und Augustinus dar.

Das im vorderen Südchor ursprünglich für Rosina Kuefstein errichtete Grabdenkmal (1713) wurde 1923 als Kriegerdenkmal adaptiert. Ein Kunstwerk besonderer Art stellt das aus dem 16. Jahrhundert stammende Ölbergrelief in der südlichen Vorhalle dar.Der im Jahre 1799 errichtete Turm wurde 1955 erhöht und erhielt ein Walmdach anstelle der ursprünglichen spätbarocken Haube.

Im Jahre 1968 wurde im Sinne der Liturgiereform die Umgestaltung des Presbyteriums vorgenommen. Der Kreuzaltar ist Sakramentsaltar. In dieses Jahr fallen auch die Neuanschaffung der Kirchenbänke, der Kirchenheizung und der Bau der 17 Register-Orgel der Firma Hradetzky.

1995 wurde der Außenbereich unserer Pfarrkirche umfangreich renoviert. In den Jahren 1997 und 1998 wurde nicht nur die Sakristei neu gestaltet, sondern auch der Kirchen-Innenbereich, sowie zahlreiche Statuen und Bilder aufwendig restauriert.

Ebenfalls 1997 wurde anstatt des früheren Missionskreuz, ein vom bereits verstorbenen Tiroler Künstler Plankensteiner gestaltetes Kreuz, an der Außenwand unserer Pfarrkirche angebracht, wobei auch Holz von der ehemaligen Kaiserlinde, die bis 1995 vor der Kirche stand, eingearbeitet wurde.

Quelle: http://www.pfarre-pottenbrunn.at/pfarrleben/kirchenfuehrer

Filialkirche Ratzersdorf